Das Schloss

 

Das Warchauer Schloss in seiner heutigen Form, insbesondere die Südseite, ist um das Jahr 1880 entstanden. Grundlage war vermutlich ein nach 1650 unter Chrysostomus von Schildt erbautes Herrenhaus, das später durch Anbauten im Osten und Westen erweitert wurde.

Das zum Schloss gehörige Gut wurde im Wesentlichen von Pächtern bewirtschaftet, die im angrenzenden nord-südlichen Trakt wohnten. Eine Verpachtung war erforderlich, weil die männlichen Angehörigen der Familie von Schildt Offiziere waren und demzufolge nicht selbst das Gut leiten konnten.

Bis 1650 gab es in Warchau zwei Güter, wobei eines der Familie Förer und das andere der von Schildt gehörten. Erst danach kamen beide in den Besitz derer von Schildt. Die folgenden Namen von Gutspächt

Jahr

Name

Jahr

Name

1791

Andreas Bäwert

1812

Amtmann Luck

1795

Sidow

1814

Amtmann Franke (2. Gut)

1798

Amtmann Stabenow

1884

Ernst Brennecke

1802

Amtmann Bourore

1895

Amtmann Koch (Wusterwitz)

1803

Heinrich Buros (wie 1802 ?)

1905

Dauter

1805

Amtmann Kourows (2. Gut)

1908 - 1945

Philipp Hellmann

ern sind überliefert:

 

 

 

 

 

 

Nachdem Wilhelm Carl Ludwig Ferdinand von Schildt 1813 im Krieg gefallen war und wahrscheinlich kein männlicher Erbe vorhanden war, zog 1820 die Familie von Britzke in das Schloss. Sie ist als Besitzer des Gutes Warchau-Rosenthal zu dieser Zeit nachgewiesen. Die von Britzkes  führten den Gutsbetrieb offensichtlich selbst, da bis 1884 kein weiterer Pächter aufgeführt ist.

Durch die Heirat des Friedrich Bernhard von Britzke im Jahre 1871 mit der adligen Fabrikantentochter Johanna Lucie von Pieschel aus Altenplathow und dem allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung im jungen deutschen Nationalstaat, standen nun offensichtlich finanzielle Mittel für einen Schlossumbau zur Verfügung.

Zwar erscheinen die Fachwerkan- und aufbauten auf der Südseite sehr dekorativ, doch wurde damit, wie durch weitere Umbauten, die Einheitlichkeit des Baustiles zerstört.

Nach 1945 diente das Schloss als Wohngebäude, in dem zeitweilig bis zu 14 Familien lebten und als Kindergarten.

Einem Abriss im Jahre 1950 ist es nur knapp entgangen und wurde zu Beginn der 60iger Jahre baulich überholt. Des Weiteren wurde das Problem der Be- und Entwässerung im Jahre 1980 gelöst und das Dach teilweise Instand gesetzt.

Leider gibt es keine historischen Belege direkt aus Warchau, da ein vorhandenes Archiv der Familie von Britzke nach 1945 verbrannt oder durch die SMAD abtransportiert wurde und nicht wieder aufgefunden wurde.

 

 

 

[Warchau ] [Dorfchronik] [Aktuelles] [Karte] [Impressum] [Rosenau]